Eröffnung März 2017

Die Freude steht Nadin und Stephan Gütlich deutlich ins Gesicht geschrieben. Nach Monaten des Renovierens geht es in Langsdorf nun endlich los mit ihrer Gaststätte, mit »Stephan Gütlichs Kochwerk«. Eröffnung ist am 10. April, vorher gibt es am kommenden Sonntag einen Tag der offenen Tür.

Gütlich – der Name war vier Jahrzehnte mit der »Alten Klostermühle« in Arnsburg verbunden, stand für gute Küche und Bewirtung und war aufgrund seines Renommees weit über die Grenzen Lichs hinaus bekannt. Stephan Gütlichs Eltern Klaus und Christine hatten das Restaurant dort 1972 übernommen, 20 Jahre lang bis zum Abschied 2013 war auch Sohn Stephan mit im Team. Dreieinhalb Jahre nach dem Rückzug aus Arnsburg haben sich Nadin und Stephan Gütlich nun in Langsdorf ein Kleinod geschaffen.

Mit dem »Kochwerk« hält nicht nur wieder eine Gaststätte Einzug in den Licher Ortsteil, sondern weit mehr. Ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Familien, Langsdorfer und Ausflügler. »Wir wollen alle erreichen«, berichtet Stephan Gütlich. »Hauptsache, die Leute haben Spaß, hier zu sein.« Und nach und nach soll das »Kochwerk«, das zunächst an einem Tag in der Woche geöffnet hat, wachsen. Sonntagsbrunch und Kochkurse – Ideen gibt es viele, die das Ehepaar umsetzen möchte. In der Küche legt Gütlich Wert auf Saisonales: Spargel zur Spargelzeit, Gänseessen oder ein Osterbüfett. »Es soll eine gute, legere Gastronomie sein«, erzählt Stephan Gütlich, wenn er von seinem Vorhaben berichtet, und es soll ungezwungen zugehen. »Hier kann man auch mit Badelatschen kommen«, sagt er und meint damit, dass sich einfach jeder Gast wohlfühlen soll. »Oder mit dem Fahrrad, zu Fuß oder sogar mit dem Pferd«, sagt Gütlich mit Blick auf den großen Innenhof hinter dem Gebäude. Dort steht im Sommer ein Biergarten zur Verfügung. Die Gäste können dabei zusehen, wie an zwei Grills das Essen zubereitet wird, dazu gibt es frisch zubereitete Salate, und auch dort haben die Gütlichs bereits mit viel Herzblut Theke und Toiletten in den ehemaligen Schweinestall eingebaut.

Drittes Standbein

Eigentlich brauchte Stephan Gütlich, der hauptberuflich die Kantine der Firma Rinn in Heuchelheim leitet, nur mehr Platz, um die Mahlzeiten für seinen Partyservice und das Eventcatering vorzubereiten. Dann sollte das Gebäude der ehemaligen Gaststätte »Zur Traube« verkauft werden, und das Ehepaar zögerte nicht lange, sich damit ein drittes Standbein aufzubauen. »Wir haben uns sofort verliebt«, erinnert sich Nadin Gütlich an ihren ersten Besuch in dem Gebäude, das bis 2005 die Dorfgaststätte von Marianne und Albert Wenzel beherbergte.

Nach 18 Monaten Renovierungszeit – und einem Wasserrohrbruch, der die Eröffnung verzögerte – kann sich das »Kochwerk« nun sehen lassen: Mit viel Liebe zum Detail hat das Ehepaar die ehemalige Gaststätte umgestaltet. Im Erdgeschoss befindet sich nun das Reich des Koches, eine große Küche, eine separate Spülküche und ein Kühlraum. Im ersten Stock bietet der Gastraum mit Kamin Platz für bis zu 70 Personen, es gibt nebenan eine Theke und einen Raum, in dem ein üppiges Büfett hergerichtet werden kann.

Die Sanitärräume wurden komplett neu eingebaut, und dort lohnt es sich, wie in jedem anderen Raum auch, einmal genau hinzuschauen. Dann entdeckt man all die Kleinigkeiten, die das Authentische des neuen Lokals ausmachen: Heizungsrohre dienen als Gardinenstangen, die alte Wandvertäfelung haben die Gütlichs beibehalten, die ganz unterschiedlichen Stühle hat das Ehepaar auf Flohmärkten entdeckt. Die Theke ist mit dem Holz eines alten Stalltors verkleidet, die Lampenschirme bauten die Gütlichs beispielsweise aus Tiertränken. Eine alte Waage im Innenhof und vieles mehr verleiht dem »Kochwerk« seinen rustikalen Charme. Davon kann sich am kommenden Sonntag beim Tag der offenen Tür jeder selbst überzeugen.

(c) Stefan Bremer EDV Beratung 35444 Biebertal